Star Wars Facts
Rezension "Solo - A Star Wars Story" 2022-03-01 14:20:05
Header Image
Die erweiterte Ausgabe von „Solo -A Star Wars Story“ von Mur Lafferty erzählt die Ereignisse des Kinofilms, einschließlich einiger Szenen, die im endgültigen Film nicht zu sehen waren, und ergänzt bekannte Szenen, die mit zusätzlichen Dialogen. Wenn euch der Film „Solo“ gefallen hat, wird euch auch das Buch eine Freude sein. Wie der Film erzählt auch Solo die Geschichte des jungen Han Solo im Alter zwischen 19 und 22 Jahren - auf seinem Heimatplaneten Corellia - über seine Zeit in der imperialen Flotte, der Infanterie, seine Begegnung mit Chewbacca und als Mitglied von Tobias Becketts Crew bis hin zum berüchtigten Kessel Run und dem Gewinn des Millennium Falcon von Lando Calrissian.

Ein großer Teil von Han's Geschichte umfasst auch seine Beziehung zu Qi'ra, einer Mitstreiterin von Corellia. Sein Wunsch, die Welt zu verlassen und der beste Pilot der Galaxis zu werden, trifft auf Qi'ra's Wunsch nach Freiheit, und das Buch beginnt damit, dass die beiden ihre Flucht aus den Fängen von Lady Proxima und der Weißwürmern-Gang planen. Dies ist auch der Beginn der erweiterten Ausgabe des Buches. Während der Anfang des Films uns zeigt, wie Han nach einem schief gelaufenen Deal einen Speeder auflädt, geht das Buch etwas weiter zurück in der Zeitlinie, um uns den Deal selbst zu zeigen. Im Laufe des Buches erhalten wir viele zusätzliche Einblicke auf Qi'ra, die ihre Gefühle gegenüber Han und ihre Beweggründe als Überlebende der rauen Welten und Situationen, in denen sie sich befindet, näher beleuchten.
Die Autorin fängt den Geist des Films gekonnt ein - den Spaß, den Humor, das Abenteuer und das Herz und baut bestimmte Schlüsselmomente aus - wie etwa Han's Zeit als Pilot in der Imperialen Flotte (und seine späteren Degradierung zur Infanterie), oder Qi'ra, die L3-37 erzählt, wie sie in den Dienst von Dryden Vos kam. Ein weiteres Beispiel ist die Beziehung zwischen Tobias Beckett und Val. Im Film bekommen wir ein Gefühl dafür, was sie einander bedeuten, aber auf der Seite erfahren wir mehr über ihre Hintergrundgeschichte und das wahre Ausmaß der Trauer, die Beckett nach Vals Verlust empfindet.

Lafferty macht sich auch die Stimmen und Persönlichkeiten der Figuren zunutze, und zwar so sehr, dass man sie sich auch dann noch gut vorstellen und "hören" konnte, wenn man den Film nicht gesehen hatte. Besonders gut gefiel mir die Art und Weise, wie sie Han Solo darstellte. Bei allem, was wir über Qi'ra erfahren, bleibt sie rätselhaft, und das ist auch gut so. Wir kennen das endgültige Schicksal von Han, aber Qi'ra muss sich erst noch entfalten. Eine Sache, die mich überrascht hat - und die eindeutig auf die Annahme hindeutet, dass die meisten Leute den Film gesehen haben, bevor sie das Buch gelesen haben - ist, dass die Enthüllung von Enfys Nest nicht für den Endpunkt auf Savareen aufgespart wurde sondern schon deutlich früher erwähnt wird. Das Kinopublikum erfuhr erst, dass Enfys eine junge Frau ist, als sie ihren Helm abnahm.
Als jemand, der Solo: A Star Wars Story mehrmals im Kino gesehen hat, ist die Romanversion genau das, was ich mir erhofft habe. Sie fängt ein, was ich an dem Film geliebt habe, und baut auf diesem Rahmen auf. Aus diesem Grund würde ich dem Roman 5 von 5 Punkten geben.

Rezension "Das Alphabet Geschwader" 2022-03-01 14:19:23
Header Image
Das Alphabet Geschwader ist eine Geschichte, die kurz nach dem Fall des Imperiums spielt und eine Gruppe von verschiedene Kampfpiloten, galaktische Anführer, gerissenen Politikern und berühmten Militärgenerälen begleitet. Bei diesem Roman handelt es sich indirekt um eine Fortsetzung. Da die Handlung über das imperiale Schattengeschwader bereits im März 2020 als Comic veröffentlicht wurde. Dieser Comic ist für die Geschichte in diesem Roman aber nicht zwingend nötig. Die Hauptfigur des Buches ist jedoch Yrica Quell. Eine TIE-Fighter-Pilotin, die vom Galaktischen Imperium desertierte und sich nach Operation Asche der Neuen Republik anschloss. Als sie dem jungen Geheimdienst der Neuen Republik zugeteilt wird, erhält Yrica die schmerzliche Aufgabe, ihre alte imperiale Staffel, die gefürchtete 204. TIE-Fighter-Schattenstaffel, zur Strecke zu bringen und eine eigene republikanische Staffel zu führen, die aus Piloten mit den verschiedensten Zielen und Idealen, verdrehten Weltanschauungen und unterschiedlichen Pilotenkenntnissen zusammensetzt. Zu Beginn des Romans wird ausführlich dargestellt wie grausam der Galaktische Bürgerkrieg zwischen dem Imperium und der Rebellenallianz tatsächlich war. Meiner Meinung nach eine absolute Stärke von Alexander Freed.

Im ersten drittel des Romans werden mehrere Piloten begleitet, die nach und nach den Großteil ihres jeweiligen Geschwaders verlieren um so am Ende den Kern des sogenannten Alphabet Geschwaders bilden. Die Charaktere in dieser Geschichte hätten nicht unterschiedlicher sein können. Gerade das macht es spannend zu lesen, wie sie ab dem zweiten Drittel des Romans miteinander interagieren und lernen im Team zu arbeiten. Im letzten Drittel des Romans findet dann das „Finale“ statt und auch hier schafft der Autor es sehr gut die Spannung bis zum Ende hochzuhalten. Gleichzeitig macht das Ende Lust auf mehr und genau das ist auch so gewollt, denn es handelt sich bei diesem Roman um den Auftakt einer Trilogie. Zu diesem Zeitpunkt gibt es Band 2 und 3 jedoch nur auf Englisch. Eine Rezension zu den jeweiligen deutschen Ausgaben wird nach Erscheinen folgen.

Der Schreibstil ist zumindest am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig. Denn es wird häufig mitten in der Handlung einfach zu anderen Schauplätzen und/oder zu einer komplett anderen Handlung gesprungen, bei der man sich zunächst fragt, worum es jetzt überhaupt geht. Auch eine ganz bestimmte Handlung, die ich aus Spoiler-Gründen nicht näher erwähne möchte, wird immer wieder eingeschoben, ohne zur restlichen Story zu passen. Erst am Ende des Buches wird dieser Handlungsbogen aufgeklärt und ergibt dann Sinn. Wenn man sich einmal an diesen sprunghaften Schreibstil gewöhnt hat und im späteren Verlauf auch weiß, in welchen der vielen Handlungsbögen man sich gerade befindet, lässt es sich sehr gut und flüssig lesen. Auch beschreibt der Autor recht häufig die Gedanken der Protagonisten, was mir in anderen Star Wars Romanen so verstärkt bisher nicht aufgefallen ist.

Grundsätzlich ist die gesamte Handlung vom Anfang bis zum Ende spannend gehalten und es gibt so gut wie keine Stellen, die sich in die Länge gezogen anfühlen. Auch die allgemeine Situation, in der sich die Galaxis nach der Zerstörung des zweiten Todessterns befindet, kommt sehr gut rüber. So interessant und spannend die Handlung auch ist merkt man, dass es sich hierbei um den Auftaktroman einer Trilogie handelt und „mehr“ in den nächsten beiden Büchern kommt. Auch der Grund, dass zumindest ich mich persönlich erst an den Schreibstil gewöhnen musste, führt dazu, dass ich dem ersten Roman des Alphabet Geschwaders sehr gute 4 von 5 Sternen gebe.

Rezension "Galaxys Edge - Blackspire Außenposten" 2022-03-01 14:18:46
Header Image
Inhalt:
Der Hauptort der Handlung ist der Planet Batuu, der sich am Rand zum Wilden Raum befindet. Ein abgelegener, grüner Planet dessen Bevölkerung abseits des Konflikts zwischen dem Widerstand und der Ersten Ordnung friedlich vor sich hinlebt. Die Ruhe wird dann aber gestört, als die Spionin des Widerstands auf dem Planeten, im Auftrag von Leia Organa, eine Widerstands-Zelle errichten und neue Freiheitskämpfer anheuern soll. Begleitet wird sie von einem ehemaligen Offizier der Ersten Ordnung. Die beiden Hauptcharaktere haben eine sehr spezielle und ganz besondere Vorgeschichte. Zunächst könnte man meinen, bei den Differenzen der beiden haben, ist die Mission, auf die sie geschickt wurden, zum Scheitern verurteilt. Beide Figuren mögen dem ein oder anderen bekannt vorkommen, denn sie tauchen schon in Delilah S. Dawsons vorherigem Roman „Phasma“ auf. Den man quasi als Vorgeschichte betrachten kann, zumindest was die beiden Hauptfiguren betrifft. Da haben wir Vi, sie ist eine Spionin des Widerstands und dann den ehemaligen Captain der ersten Ordnung, mit dem Namen Cardinal bzw. Archex. Auf Batuu angekommen dauert es natürlich nicht lange, bis die Erste Ordnung Wind davon bekommt und ebenfalls auf dem Planeten landet. Vi ist also gezwungen im Geheimen weitere Widerstandskämpfer zu rekrutieren, um so ihr Team zu vergrößern. Der Aufbau des Widerstands auf dem Planeten startet zunächst sehr chaotisch aber am Ende der Geschichte hat sich ein Team von Charakteren gebildet, die unterschiedlicher nicht sein können. Ziel des Widerstands ist es, die Erste Ordnung vom Planeten zu vertreiben, ohne dass diese alarmschlagen können und weitere Truppen anfordern.

Schreibstil
Die Geschichte startet zunächst recht spannend und für Leser, die die beiden Hauptakteure noch nicht kennen, wird gut vermittelt, welche Differenzen diese Beiden haben. Man hätte aus ihrer „problematischen“ Beziehung zueinander allerdings noch etwas mehr rausholen können und hat an dieser Stelle etwas an Potential liegen lassen. Auch wenn die Geschichte im mittleren Teil etwas an Tempo verliert und sich in teils etwas unnötigen Details verirrt, ist das Erzähltempo des Romans doch sehr gut. Ich hatte nie den Eindruck, dass sich die Geschichte zieht oder an gewissen Stellen langweilig oder langatmig war.
Der Black Spire Außenposten, welcher der Haupthandlungsort ist, wurde bis ins letzte Detail beschrieben und man kann sich ein absolut gutes Bild darüber verschaffen, wie es dort ausgesehen haben muss. Das ist aber auch gewollt, da es sich hierbei um ein Werk handelt, was den Star Wars Park im Disneyland promoten soll und man sich dies doch mal persönlich besuchen soll.
Die einzelnen neuen Rekruten sind sehr gut beschrieben und ihre jeweilige Motivation dem Widerstand beizutreten ist mehr als nachvollziehbar und schlüssig erklärt. Das Finale hingegen ist dann sehr Actionreich und spannend, meiner Meinung nach allerdings etwas zu schnell abgehakt. Man hätte im mittleren Teil durchaus 50 Seiten weglassen können, und dafür das Finale um die gleiche Seitenanzahl verlängern können. Denn gerade das Ende ist recht spannend geschrieben aber leider viel zu schnell vorbei.

Fazit
Meiner Meinung nach handelt es sich hier um einen guten, aber nicht perfekten Star Wars Roman. Vor allem die Hauptakteurin Vi Moradi ist eine absolut symphytische und gleichzeitig knallharte Spionin des Widerstands. Gerne würde ich mehr über sie erfahren bzw. lesen wollen. Der zweite Hauptcharakter Archex/Cardinall kommt leider etwas zu kurz. Aus der komplizierten Vorgeschichte der Beiden hätte man durchaus mehr rausholen können.
Man merkt auch, dass es sich bei diesem Roman um eine „Begleit-Geschichte“ zum Galaxys Edge handelt, so positiv wie alles beschrieben wird. Der Star Wars Parkbereich, der in den Disneyland Parks gebaut wurde, bzw. gebaut wird, ist dem Black Spire Außenposten aus dem Buch nachempfunden. Der Außenposten ist unglaublich detailliert und bis in den letzten Winkel beschrieben. Dies ist aber keinesfalls schlecht, sondern bringt dem Leser den Planeten, die Stadt und auch seine Bewohner näher.
Die Geschichte im Ganzen ist recht interessant ist aber kein „Must-Read“ und wird auch nicht benötigt, um die komplette Disney-Kanon Geschichte zu verstehen. Trotzdem würde ich jedem den Roman empfehlen, der auf gut geschriebene Charaktere und auf detaillierte Beschreibungen der Schauplätze wert legt, denn Star Wars Atmosphäre hat der Roman mehr als genug. Aus diesem Grund würde ich dem Roman eine Bewertung von 3,5 von 5 Sternen geben.